… der Club für alle Fragensteller, alle Dokugucker, die gern ihre Gedanken teilen, alle Arte Ultras. Gute Dokus bewegen, schaffen Bewusstsein und motivieren zur Veränderung. Lasst diese Resonanz nicht in den eigenen vier Wänden verhallen!
Wir treffen uns ab und zu in den Räumen von Die Anstoß e.V., und plaudern gemeinsam über einen Arte-Beitrag für 1–2 Stündchen. Neue Beträge für das nächste Treffen werden gerade noch gesichtet, der erwählte taucht dann gleich unterhalb auf ;)
Fritz-Erler-Str. 7
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2026-04-01: Deepfake: Viktor Orbáns Waffe im Wahlkampf
In der dritten Sitzung des Arteclubs sind wir [M]it offenen Augen in den April gestartet. 👁️👁️
Diesmal mit Blick auf die bevorstehende Parlamentswahl in Ungarn am 12. April, wo für Viktor Orbán viel auf
dem Spiel steht: laut Umfragen Ende März liegt er im fast zweistelligen Prozentbereich hinter dem
Oppositionskandidaten Péter Magyar. Da nun Orbáns 16-jährige Regentschaft zu enden droht, kämpft er mit
allen Mitteln im Wahlkampf; so auch mit Deepfake-Videos in den sozialen Medien, die Magyar täuschend echt
darstellen, ihm aber fremde Aussagen in den Mund legen.
Zu Beginn haben wir unsere eigenen Erfahrungen mit KI-Inhalten im Netz geteilt. Wären wir auch darauf reingefallen? Manche von uns lesen nur Zeitung, andere trauten sich zu KI-Inhalte direkt zu entlarven. Doch die gezeigten politischen Deepfakes haben leider wenig mit lustigen Videos über sprechendes Gemüse zu tun. So warfen wir einen kritischen Blick auf das System Orbán. Er selbst bezeichnet sich als Anführer des europäischen Ablegers einer weltweiten konservativen Bewegung und in seinen Jahren als Ministerpräsident hat er durch sein persönliches Netzwerk eine Kontrolle über 80% des inländischen Medienmarktes aufgebaut.
Auch deshalb haben wir festgestellt, dass man von der aktuellen ungarischen Regierung keine ernsthaften Maßnahmen erwarten kann, die die Täuschung durch Deepfakes verhindern oder darüber aufklären. Deshalb haben wir unseren Blick nach Deutschland gewendet: Welche Maßnahmen im Zuge digitaler Täuschung (die hier oft im großen Stil durch drittstaatliche Akteure erfolgt) müssen und können von einer wehrhaften Demokratie verlangt werden, um ein gewisses Minimum an Grundvertrauen der Bevölkerung zu erhalten? Neben der Rolle des Staates und der Nutzer haben wir vor allem die Verantwortung der Plattformen diskutiert. Ideen von Wasserzeichen, Klarnamenpflicht, Politik-Werbeverboten und Fragen zur Haftung bis hin zu staatlichen Aufklärungskampagnen sowie digitalen Factchecking- und Analysetools (siehe unten) haben wir umfangreich betrachtet.
Wie immer vielen lieben Dank an alle, die so fleißig durch ihr Dasein dieses Format beleben!! Themen mit anhaltender Aktualität, hier ein paar Links (unbezahlt):
- Wahl in Ungarn: Liveticker & aktuellste Umfrageergebnisse / Arte Tracks East: Spezial zur Ungarnwahl (30 min)
- Wehr gegen KI-Inhalte: Factchecker „Mimikama“ (de) / Factchecker „Snopes“ (en) / ChatGPT-Erkenner „ZeroGPT“ / Deepfake-Erkenner „DeepWare“
2026-03-04: Mobilität – kollektiv oder individuell?
Diesmal in kleinerer Runde mit dem Thema Fortbewegung. 🚗 🚌 💨
Im Beitrag wird vor allem die deskriptive Lesart dieser Frage durch die befragten Experten diskutiert:
Wird unsere Zukunft eher durch Individualmobilität oder kollektive Verkehrsmittel geprägt sein?
Kollektiv, denn neue Technologien werden das Auto ablösen, das zudem zu viele Nachteile hat
(meiste Zeit unbenutzt; umweltschädlich durch Abgase, Lärm, Reifenabrieb; Verkehrstote).
Außerdem wird es durch moderne Stadtplanung seltener gebraucht.
Individuell, da es anhaltende soziale Zwänge zur Individualmobilität gibt
(Pendler, Landbevölkerung, Familien) und Lobbyinteressen die wirtschaftliche Abkehr vom Auto verhindern.
In unserer Diskussion haben wir nicht nur unserer eigenen Fantasie freien Lauf gelassen, wie Mobilität in Zukunft idealerweise funktionieren kann, sondern auch viele aktuelle Ansätze diskutiert: Deutschlandticket, offenes Carsharing von Stadtmobil, Fahrradinfrastruktur und hybrider ÖPNV in Karlsruhe, autonomes Fahren am Beispiel von Waymo, moderne Stadt- und Gebäudeplanung.
Doch auch größere Fragen haben wir diskutiert: Wie weit darf/sollte der Staat in die Mobilitätswende eingreifen? Wie kann die Landbevölkerung unabhängiger vom Auto werden? Können E-Autos eine langfristige Lösung sein?
Eine spannende Debatte mit vielen Perspektiven!
2026-02-11: FKK vor dem Aus?
Von persönlichen Erlebnissen mit FKK und dessen gesellschaftlicher Stellung bis zum Thema Scham und dem Umgang mit dem eigenen Körper haben wir bei unserem ersten Treffen geredet.
Wir haben unser Verständnis für/ über die Ziele und Absichten der Personen und Vereine in der Doku geteilt,
dabei sind einige Fragen ohne Antwort geblieben.
Kann Sexualität wirklich scharf vom Naturalismus getrennt werden?
Inwiefern beeinflusst das Körperbild der sozialen Medien die FKK-Szene und deren Außenwahrnehmung?
Sind soziale Medien der richtige Raum für Werbung der FKK-Vereine?
Welche Funktionen kann Kleidung erfüllen?
Auf die von der Doku aufgeworfene Frage, wie mehr junge Menschen zur Praxis von FKK motiviert werden können, sind wir daher nur indirekt eingegangen. Wer traut sich nach dieser Doku selbst nackt an den Strand?
Ganz lieben Dank an alle, die dabei waren! 🫶